Anwalt Körperverletzung Mallorca, Ibiza und Alicante
Sie suchen einen Anwalt Körperverletzung Mallorca, Ibiza oder Alicante? Eine Schlägerei vor einem Lokal, ein Schubser mit bösem Ausgang oder ein häuslicher Zwischenfall können in Spanien schnell zu einem Strafverfahren mit Freiheitsstrafe führen. Hier erfahren Sie, was das Gesetz bestraft, wovon die Strafe abhängt und was Sie von der ersten Stunde an tun sollten.
Was ist Körperverletzung nach spanischem Recht?
Strafbar ist die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der körperlichen wie seelischen Gesundheit einer anderen Person.
Entscheidend ist jedoch eine Voraussetzung, an der fast alles hängt. Der Grundtatbestand setzt voraus, dass die Verletzung objektiv über die Erstversorgung hinaus eine medizinische oder chirurgische Behandlung erfordert. Die bloße Beobachtung oder Kontrolle des Heilungsverlaufs gilt ausdrücklich nicht als Behandlung.
Dieser Satz ist der Kern der meisten Verfahren. Ein Ambulanzbericht mit Wundreinigung und Schonungsempfehlung ist etwas anderes als eine Naht oder eine Ruhigstellung. Davon hängt ab, ob eine Freiheitsstrafe im Raum steht oder lediglich eine Geldstrafe.
Welche Strafen drohen?
Die Spanne reicht von einer Geldstrafe von einem Monat bis zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe. Maßgeblich ist der eingetretene Erfolg.
Der Grundtatbestand wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis drei Jahren oder Geldstrafe von sechs bis zwölf Monaten geahndet.
Erfordert die Verletzung keine ärztliche Behandlung, sinkt die Strafe auf eine Geldstrafe von einem bis drei Monaten. Das bloße Schlagen oder tätliche Misshandeln ohne Verletzungsfolge wird mit Geldstrafe von einem bis zwei Monaten geahndet.
Bei schweren Folgen steigt der Rahmen erheblich. Der Verlust oder die Gebrauchsunfähigkeit eines nicht wesentlichen Organs oder Gliedes sowie eine Entstellung werden mit drei bis sechs Jahren bestraft. Der Verlust eines wesentlichen Organs oder Gliedes, eines Sinnes, die Zeugungsunfähigkeit oder eine schwere Entstellung oder Erkrankung mit sechs bis zwölf Jahren.
Wann erhöht sich die Strafe?
Bei bestimmten Umständen kann der Grundtatbestand auf zwei bis fünf Jahre Freiheitsstrafe angehoben werden.
Das gilt, wenn bei dem Angriff Waffen, Werkzeuge, Gegenstände, Mittel oder Vorgehensweisen eingesetzt wurden, die für Leben oder Gesundheit konkret gefährlich sind. Ebenso bei besonderer Grausamkeit oder Heimtücke. Wenn das Opfer jünger als vierzehn Jahre ist oder eine besonders schutzbedürftige Person mit Behinderung. Wenn es die Partnerin oder frühere Partnerin des Täters ist. Oder wenn es sich um eine besonders schutzbedürftige Person handelt, die mit dem Täter zusammenlebt.
Wichtig zu wissen. Diese Erhöhung ist fakultativ, nicht zwingend. Das Gericht wendet sie nach dem eingetretenen Erfolg oder der erzeugten Gefahr an, und genau hier hat die Verteidigung erheblichen Spielraum.
Ist ein Glas oder eine Flasche eine Waffe?
Das ist die häufigste Frage bei Zwischenfällen im Nachtleben, und die Antwort ist keineswegs automatisch.
Die Erhöhung setzt voraus, dass der Gegenstand für Leben oder Gesundheit konkret gefährlich war. Bewertet wird die tatsächliche Verwendung und die dadurch geschaffene Gefahr, nicht die bloße Existenz des Gegenstands.
Die Verteidigung muss den konkreten Ablauf rekonstruieren. War das Glas zuvor zerbrochen, wurde mit dem Boden oder mit der Bruchkante geschlagen, zielte der Schlag auf eine vitale Körperregion, handelte es sich um einen Wurf oder um einen direkten Schlag. Zwischen zwei bis fünf Jahren und dem Grundtatbestand liegt ein erheblicher Unterschied, und er entscheidet sich in diesem Detail.
Und wenn mehrere beteiligt waren?
Das ist eine der schwierigsten Konstellationen, weil sich oft nicht feststellen lässt, wer welche Verletzung verursacht hat.
Das spanische Strafgesetzbuch kennt einen eigenen Tatbestand für Schlägereien, bei denen mehrere Personen tumultartig aufeinander losgehen und dabei für Leben oder Unversehrtheit gefährliche Mittel einsetzen. Bestraft wird die Teilnahme an der Schlägerei, nicht der konkrete Erfolg.
Für die Verteidigung eröffnet das zwei Ansätze. Erstens die Zurechnung des Erfolgs zu bestreiten, wenn kein Beweis dafür besteht, wer geschlagen hat. Zweitens sauber zu trennen, wer sich tatsächlich beteiligt hat und wer nur anwesend war, geschlichtet oder getrennt hat. Diese Unterscheidung geht im Polizeibericht regelmäßig verloren und muss zurückgeholt werden.
Kann ich mich auf Notwehr berufen?
Ja, und bei Schlägereien ist das der übliche Weg. Die Voraussetzungen sind allerdings streng.
Erforderlich sind ein vorangegangener rechtswidriger Angriff, eine zur Abwehr vernünftigerweise erforderliche Reaktion und das Fehlen einer hinreichenden Provokation durch denjenigen, der sich verteidigt.
Der kritische Punkt ist fast immer derselbe. Wo endet die Verteidigung und wo beginnt der Angriff. Wer einen Stoß erhält und mit einem Faustschlag reagiert, kann gedeckt sein. Wer weiter zuschlägt, während der andere bereits am Boden liegt, nicht mehr.
Fehlen einzelne, aber nicht alle Voraussetzungen, kommt die unvollständige Rechtfertigung in Betracht, die die Strafe erheblich mildert. Dieses Ergebnis geht häufig verloren, weil es nicht von Anfang an sauber aufgebaut wurde.
Was gilt, wenn es ein Unfall war?
Auch dann kann eine Straftat vorliegen, allerdings als Fahrlässigkeitsdelikt und mit deutlich geringeren Strafen.
Grobe Fahrlässigkeit, die eine Verletzung des Grundtatbestands verursacht, wird mit Freiheitsstrafe von drei bis sechs Monaten oder Geldstrafe von sechs bis achtzehn Monaten geahndet. Bei schwereren Folgen steigt die Strafe.
Wurde die Tat mit einem Kraftfahrzeug begangen, kommt ein Fahrverbot von einem bis vier Jahren hinzu. Und wenn Alkohol oder Drogen im Spiel waren, gilt dies nach dem Gesetz in jedem Fall als grobe Fahrlässigkeit.
Daneben gibt es die minder schwere Fahrlässigkeit, die mit Geldstrafe geahndet wird. In diesem Bereich liegen viele Verkehrs- und Arbeitsunfälle.
Und wenn es meine Partnerin oder ein Angehöriger war?
Dann ändert sich alles, denn es greift ein eigener und deutlich strengerer Tatbestand.
Eine psychische Beeinträchtigung, eine leichte Verletzung oder auch nur das Schlagen ohne Verletzungsfolge wird, wenn die Betroffene die Ehefrau oder eine Frau ist, die mit dem Täter durch eine vergleichbare Beziehung verbunden ist oder war, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis einem Jahr oder gemeinnütziger Arbeit geahndet, in jedem Fall verbunden mit dem Verbot des Waffenbesitzes.
Beachten Sie den Unterschied. Dieselbe Handlung wäre unter Fremden eine Geldstrafe von einem bis zwei Monaten. Im Partnerschaftskontext kann sie Freiheitsstrafe bedeuten.
Ist das Opfer ein anderer im Gesetz genannter Angehöriger, beträgt die Strafe drei Monate bis ein Jahr oder gemeinnützige Arbeit. In beiden Fällen wird regelmäßig ein Kontakt- und Annäherungsverbot angeordnet, dessen Verstoß eine eigenständige Straftat darstellt.
Kann eine Anzeige wegen Körperverletzung zurückgenommen werden?
Das hängt von der Schwere ab, und hier ist genau zu unterscheiden.
Leichte Verletzungen und tätliche Misshandlung ohne Verletzungsfolge werden nur auf Anzeige der verletzten Person oder ihres gesetzlichen Vertreters verfolgt. Ohne Anzeige gibt es kein Verfahren.
Der Grundtatbestand und die qualifizierten Fälle sind dagegen Offizialdelikte. Ist die Anzeige einmal erstattet, läuft das Verfahren weiter, auch wenn der Anzeigende seine Meinung ändert, denn die Staatsanwaltschaft kann die Anklage allein aufrechterhalten.
Im Bereich der Gewalt gegen Frauen ist eine Rücknahme ohnehin ausgeschlossen. Das Verfahren wird in jedem Fall fortgeführt.
Der ärztliche Bericht entscheidet fast alles
Er ist das wichtigste Dokument des Verfahrens, und kaum jemand kümmert sich rechtzeitig darum.
Aus ihm ergibt sich, ob eine ärztliche Behandlung erforderlich war oder nur eine Erstversorgung, und damit, ob eine Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe im Raum steht. Aus ihm ergeben sich auch die Heilungsdauer und die Beeinträchtigungen, die die Entschädigung bestimmen.
Die Verteidigung muss ihn deshalb vollständig anfordern, mit dem ersten Ambulanzbericht, den Verlaufsberichten und der Entlassung. In vielen Fällen empfiehlt sich zusätzlich die Begutachtung durch den Gerichtsmediziner oder ein eigenes Gutachten, das die Frage aufwirft, ob es sich wirklich um eine Behandlung oder nur um eine Verlaufskontrolle handelte.
Wie hoch fällt die Entschädigung aus?
Neben der Strafe umfasst jede Verurteilung wegen Körperverletzung die zivilrechtliche Haftung, also die Entschädigung des Opfers.
Berechnet wird sie nach den Heilungstagen, danach ob diese die gewöhnliche Tätigkeit beeinträchtigt haben, nach den verbleibenden Dauerfolgen und nach den belegten Behandlungskosten. Die Gerichte orientieren sich meist am Verkehrsunfallbaremo, ohne dazu bei Vorsatztaten verpflichtet zu sein.
Ein praktisch wichtiger Punkt. Die Hinterlegung der Entschädigung vor der Hauptverhandlung kann den Strafmilderungsgrund der Schadenswiedergutmachung auslösen. Das senkt die Strafe und entscheidet gelegentlich darüber, ob eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird oder nicht.
Muss ich mit Haft rechnen?
Bei einfachen Körperverletzungen in aller Regel nicht. Es hängt aber von zwei Faktoren ab.
Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren können zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn der Verurteilte nicht vorbestraft ist, die zivilrechtliche Haftung erfüllt hat und das Gericht die Aussetzung für angemessen hält.
Problematisch wird es bei den Qualifikationen und bei schweren Folgen, wo der Strafrahmen diese Schwelle übersteigt, sowie bei Vorstrafen. Deshalb muss sich die Strategie von Beginn an auf die rechtliche Einordnung richten. Entschieden wird nicht erst in der Hauptverhandlung, sondern bei der Frage, wegen welchen Tatbestands überhaupt angeklagt wird.
Zwischenfälle im Nachtleben auf Ibiza und Mallorca
Die meisten dieser Verfahren entstehen nachts vor einem Lokal, und die Beweise, die sie klären könnten, verschwinden innerhalb weniger Tage.
Lokale, Hotels und Einkaufsstraßen haben Kameras, doch die Aufzeichnungen werden nach sehr kurzen Fristen gelöscht. Wird ihre Sicherung nicht sofort beantragt, sind sie unwiederbringlich verloren.
Dasselbe gilt für das Sicherheitspersonal, das Schicht und Saison wechselt, und für Zeugen, die in einem Urlaubsziel binnen Tagen abreisen.
In den ersten achtundvierzig Stunden zu handeln, kann den Unterschied ausmachen zwischen dem Nachweis, wer angefangen hat, und dem bloßen Wort des Anzeigenden.
Ich wurde festgenommen, was passiert jetzt?
Bei nicht qualifizierten Körperverletzungen folgt üblicherweise die Vernehmung und anschließend die Entlassung mit der Auflage, auf Ladung zu erscheinen.
In schweren Fällen oder bei einer Partnerschaftsbeziehung kommt es zur Vorführung beim Ermittlungsrichter und zur Anordnung von Maßnahmen, sehr häufig einem Annäherungsverbot.
In jedem Fall gilt. Machen Sie keine Aussage, bevor Sie unter vier Augen mit Ihrem Verteidiger gesprochen haben. Die Version der ersten Stunden bestimmt alles Weitere.
Ich bin Ausländer und reise in wenigen Tagen ab
Sprechen Sie vorher mit einem Anwalt. Ein Verfahren wegen Körperverletzung endet nicht dadurch, dass Sie das Land verlassen.
Fehlt eine Zustellungsanschrift, scheitern die Ladungen und das Gericht kann eine Fahndung ausschreiben. Aus einer kleinen Sache wird ein Problem, das Jahre später bei einer Grenzkontrolle auftaucht.
Mit der Bestellung eines Verteidigers und einer Zustellungsanschrift lässt sich das Verfahren aus der Ferne führen, bei vielen Schritten sogar ohne dass Sie anreisen müssen.
Und wenn Sie das Opfer sind?
Wir übernehmen auch die Nebenklagevertretung, in Spanien acusación particular.
Die eigene Vertretung erlaubt Beweisanträge, die Mitwirkung an jedem Verfahrensschritt und vor allem eine saubere Bezifferung der Entschädigung. Ohne eigenen Anwalt bleibt die Forderung der Staatsanwaltschaft überlassen, der oft weder die vollständigen ärztlichen Unterlagen noch die Belege über Kosten und Einbußen vorliegen.
Was Sie tun und was Sie lassen sollten
Gehen Sie zum Arzt und bewahren Sie alle Unterlagen auf, auch wenn die Verletzungen geringfügig erscheinen. Das gilt für Beschuldigte wie für Geschädigte.
Fotografieren Sie Verletzungen ab dem ersten Tag und mit Datum. Der Verlauf eines Hämatoms sagt viel aus.
Notieren Sie Namen und Telefonnummern der Anwesenden, bevor sich alle zerstreuen.
Nehmen Sie keinen Kontakt zur Gegenseite auf, um die Sache selbst zu regeln. Eine missverständliche Nachricht kann zum Beweismittel gegen Sie werden oder, bei bestehendem Annäherungsverbot, eine neue Straftat begründen.
Und löschen Sie keine Chats oder Videos, auch wenn sie belastend wirken. Häufig sind sie das Einzige, was belegt, wer zuerst zugeschlagen hat.
Anwalt Körperverletzung Mallorca, Ibiza, Alicante und Madrid
Fechenbach Abogados ist eine Strafrechtskanzlei mit Büros in Palma de Mallorca, Ibiza, Alicante und Madrid. Wir sind in ganz Spanien tätig.
Wir betreuen Sie unmittelbar auf Deutsch, ohne Zwischenperson. Unser geschäftsführender Partner ist deutscher Muttersprachler und betreut regelmäßig Mandanten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Daneben arbeiten wir auf Spanisch, Englisch und Polnisch.
Sprechen Sie mit einem Anwalt Körperverletzung
Wurden Sie wegen Körperverletzung angezeigt oder festgenommen? Oder sind Sie selbst geschädigt worden? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
Wir sagen Ihnen klar, welche rechtliche Einordnung im Raum steht, welche Strafe tatsächlich droht und was jetzt zu tun ist. Auf Deutsch, ohne Umschweife und absolut vertraulich.
